Bibel & Welt

Lesung vom 24.08.2026 · Jos. 18

Josua 18,3 fragt die Israeliten: „Wie lange wollt ihr noch zögern, das Land in Besitz zu nehmen, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gegeben hat?“ Diese Frage hallt in den heutigen deutschen und österreichischen Debatten über drängende gesellschaftliche und politische Herausforderungen wider.

In Deutschland und Österreich sehen wir oft Schlagzeilen und erleben gesellschaftliche Diskussionen, die genau dieses Zögern und die Schwierigkeit der "Besitznahme" thematisieren, wenn auch im übertragenen Sinne:

Die Anweisung in Josua 18, Männer auszusenden, um das Land zu vermessen und in Abschnitte zu teilen, und dies vor dem Herrn durch das Los geschehen zu lassen (V. 4-6, 10), spricht zudem von der Notwendigkeit systematischer Planung, gerechter Verteilung von Aufgaben und Ressourcen und einer transparenten, von einer höheren Instanz legitimierten Entscheidungsgrundlage. Dies lässt sich auf heutige Debatten über Verteilungsgerechtigkeit (z.B. bei Lasten des Klimawandels oder Kosten sozialer Sicherungssysteme) und die Forderung nach transparenten, nachvollziehbaren politischen Prozessen übertragen.

Josua 18 ist somit eine theologische Spiegelung der Frage, wie entschlossen und zügig eine Gemeinschaft ihre ihr zugedachten oder notwendigen Aufgaben anpackt, wie sie sich organisiert, um sie gerecht zu lösen, und wie sie aus dem Zögern herausfindet, um die Zukunft aktiv zu gestalten und die „versprochenen“ oder notwendigen Potenziale der Gegenwart zu realisieren.

← Zurück zur Startseite